Foto-Equipment, Teil 2: Spiegelreflexkameras


Wer mehr als nur Schnappschüsse machen will, wer Qualitätsfotos machen möchte, der muss sich irgendwann einmal für eine Spiegelreflexkamera entscheiden. Jedoch sollte man vorher gut überlegen – wie oft würde ich denn so eine relativ teure und schwere Kamera verwenden? Nur im Urlaub? Für den Urlaub eher nicht geeignet, außer es ist mehr eine Fotoreise als ein Erholungsurlaub. So eine Spiegelreflexkamera mit zwei zusätzlichen Objektiven, Akkus und Ladegerät, da kommen in Summe schnell so zwischen drei und fünf Kilogramm zusammen – und wer schleppt dann bei eventuell 30 Grad, im Urlaub eine so schwere Fototasche tagelang herum? Bei der Investition für eine Spiegelreflexkamera muss man auch bedenken, dass, je mehr man damit Fotografiert und Gefallen daran findet, die Kosten nie wirklich aufhören, weil es immer wieder neue, interessante Objektive gibt oder irgendein praktisches Zubehör… der Reiz immer wieder etwas dazuzukaufen ist relativ groß.

So, wer jetzt immer noch bereit ist, sich auf das Abenteuer Spiegelreflexkamera einzulassen, wer dem Virus des Fotografierens in sich trägt, dem verspreche ich auch, dass es sich lohnt. Das man sich mit einer Spiegelreflexkamera in eine neue Dimension der Fotografie begibt, die unzählige kreative Möglichkeiten bietet.

Eine letzte Warnung noch: mit einer Spiegelreflexkamera wird man auch viel Zeit verbringen, da muss auch die Familie mitspielen wenn man mit der Kamera öfters allein unterwegs ist – oder im Urlaub den Rest der Familie nervt, weil man an jeder Ecke minutenlang irgendwelche Einstellungen an der Kamera ausprobiert ;-)

Bei Kauf stellt sich meistens zuerst die Frage der Marke: Canon, Nikon, Sony, Leica, Panasonic, Olympus, ... und die Antwort darauf ist: ganz egal! Mittlerweile haben die diversen Hersteller im jeweiligen Preissegment, Plus-Minus, die relativ gleiche Qualität anzubieten. Vor allem Canon und Nikon, die eigentlich umsatzmäßig die Marktführer sind bei professionellen Kameras, bringen regelmäßig ihre neuen Modelle fast qualitätsgleich auf den Markt.

Die schon wichtigere Frage beim Kauf ist, möchte ich die billigere Variante einer Halbformatkamera oder die teurere Variante einer Vollformatkamera. Wobei so richtig teuer sind dann im Vergleich die Vollformatobjektive. Die Beantwortung ist eigentlich einfach. Möchte ich nur bessere Fotos machen und Fotografiere ich im Urlaub, bei Familienfeiern und zwischendurch mal, so genügt eine Spiegelreflexkamera mit Halbformat. Möchte ich mich eher in den professionellen Bereich vorwagen, viel herumexperimentieren, mich mit sehr schwierigen Lichtverhältnissen befassen, Motive die sich sehr schnell bewegen fotografieren, zum Beispiel im Bereich der Sportfotografie gute Fotos machen – und vor allem möchte ich meine Fotos dann professionell bearbeiten – dann ist man gut beraten gleich eine Vollformatkamera zu kaufen. Bei Vollformatkameras gibt es auch preisgünstige Einsteigermodelle und die relativ teuren Objektive kann man sich ja nach und nach anschaffen.

Wer jetzt noch wissen will ob eine Kamera, also ein Gehäuse, um 7.000 Euro wirklich um so viel besser ist, als ein Gehäuse um 1.000 Euro: Ja! Die hochpreisigen Kameras haben eine weitaus bessere Rauschunterdrückung, welch auch wirklich funktioniert, sind bei Serienaufnahmen schneller, können besser und schneller fokussieren beziehungsweise besitzen eine effektivere Belichtungssteuerung. Ja, mit einer High-End-Kamera kann man technisch betrachtet bessere Fotos machen. Aber, nur technisch betrachtet, denn: Ein besserer Kochtopf erleichtert zwar das Kochen, aber die Zubereitung und Zusammenstellung, die eigentliche Kunst des Kochens gelingt einem guten Koch auch mit einem billigen Kochtopf ;-)

Abschließend noch ein Tipp zur Pixelanzahl einer Spiegelreflexkamera: Pixel sind zwar nicht das Maß aller Dinge, aber je mehr man zur Verfügung hat, desto besser kann man dann ein Foto nachbearbeiten, ohne das es gleich wie kaputtbearbeitet aussieht.

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