Fotonachbearbeitung


Fotonachbearbeitung ist heutzutage eigentlich nicht mehr wegzudenken… aber dazu gibt es geteilte Meinungen: Ein Foto sollte natürlich bleiben / ohne Bearbeitung sehen Fotos fad und uninteressant aus.

Gelegentlich gibt es Aufnahmen, die ein wenig unter- oder überbelichtet sind und oftmals hat man auch gar nicht die Zeit, bei jedem Foto so lange zu warten, bis die idealen Lichtverhältnisse vorhanden sind. Eine Nachbearbeitung bietet hier eine relativ einfache Möglichkeit, Fehler die beim Fotografieren passiert sind oder die man nicht vermeiden konnte, auszubessern.

In den meisten Fällen zahlt es sich also aus, sich ein wenig mit der Foto-Nachbearbeitung zu beschäftigen. Ein paar kleine Korrekturen da oder dort, das Foto geradestellen wenn der Horizont verrutscht ist, eine fremde Hand wegretuschieren die stört - und schon kann man aus einem schlechten Schnappschuss ein relativ attraktives Bild zaubern. Das ist mit einer guten Software auch relativ einfach und benötigt wenig Zeit.

Aber welches Programm ist für eine Nachbearbeitung empfehlenswert? Das ist nicht leicht zu beantworten, denn jeder hat so seine Vorstellungen. Meine Erfahrung, egal ob für einen Profi oder Hobbyfotograf ist Photoshop. Wobei für Profis stellt sich diese Frage gar nicht, da ist eine Photoshop Vollversion verpflichtend. Für den Amateur empfehle ich Photoshop Elements oder Photoshop Lightroom. Elements ist sehr praktisch wenn man mal schnell den Horizont gerade drehen möchte und eine automatische Farbkorrektur und/oder eine Belichtungskorrektur darüber laufen lassen will. Auch bietet Elements auf Knopfdruck (also auf drei oder vier Klicks…) verschiedene Effekte an: Das Farbfoto in schwarz-weiß umwandeln, eine kleine Beauty-Retusche für Gesichter oder auch Effekte um das Foto ein wenig künstlerisch Umzugestalten – also ein paar Spielereien. Lightroom ist hingegen schon ein wenig professioneller als Elements. Wobei aber gerade Lightroom sehr einfach zu erlernen ist, also relativ selbsterklärend. Es gibt hier ein Fenster auf der rechten Bildschirmseite mit einigen Reglern, mit denen man zum Beispiel den Weißabglich, Farben, Helligkeit, Kontrast usw. ganz einfach verändern kann. Dazu kann man zeitsparend, ein Foto bearbeiten und dann auf Knopfdruck, diese Einstellungen über mehrere Fotos automatisch darüber laufen lassen.

Wer einige Zeit mit Elements oder Lightroom gearbeitet hat und auf den Geschmack gekommen ist, wird eventuell darüber nachdenken, die Vollversion von Photoshop kaufen. Dieses Programm ist natürlich genial und lässt keine Wünsche offen. Aber Vorsicht: Die Bearbeitungsstruktur bei Elements und Lightroom unterscheidet sich zur Vollversion in vielen wesentlichen Punkten. Grundsätzlich muss man vieles neu lernen und die Vollversion ist an sich relativ schwer erlernbar. Hier benötigt man viel Zeit und Geduld.

Ergänzend für diesen Artikel ein paar Worte zum professionellen Sektor. Auf professioneller Basis ist ein Beauty-Foto von einem Model, ohne Nachbearbeitung, an ein Magazin unverkäuflich! Der Fotograf oder der Bildbearbeiter muss so ein Foto grundlegend bearbeiten. Das beginnt schon damit, dass Nasenflügel, Ohren, Augen, etc. spiegelgleich bearbeitet werden, denn bei jedem Menschen sind diese Körpermerkmale zwischen linker und rechter Körperseite leicht unterschiedlich. Ein wesentliches Merkmal ist auch die Haut-Retusche. Dabei werden nicht nur Falten und Hautunreinheiten beseitigt, sondern die gesamte Haut wird einer gleichmäßigen Farbgestaltung unterzogen. Jegliche Art von Helligkeitsunterschiede auf der Haut werden ausgeglichen. Lippen, Zähne und Augen in den Vordergrund retuschiert, die Haare bei Bedarf neu frisiert am PC. Beine gestreckt, Hüfte verkleinert, Busen nachgeformt, ect. ect. … Bei einer sogenannten High-End-Retusche an einem Model bleibt nichts wie es ist. Das fertig bearbeitet Bild hat eigentlich fast keine Ähnlichkeit mehr mit dem ursprünglichen Foto, beziehungsweise mit dem Model. Die Beauty und Fashion Magazine wollen solche unwirklichen Ansichten als coole Realität verkaufen.

Dann gibt es auch noch das Composing, also jene Künstler die aus mehreren einfachen Fotos richtig fantastische Gemälde erschaffen, mittels tagelanger Arbeit.

© Text: WP