Prater under construction – behind the scenes


HINTERGRUNDINFOS ZUM BUCH

Das Fotobuch „Prater under construction“, welches den Aufbau von 18 Fahrgeschäften zeigt, hat viel Zeit und Ausdauer benötigt um in dieser Form erscheinen zu können. Damit meine ich nicht die Zeit die benötigt wurde um das Buch zu gestalten und umzusetzen, sondern die Zeit, um zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Fotos zu knipsen. Die Perspektiven der Fotos besitzen eine gewisse Einzigartigkeit und einen gewissen Seltenheitswert, weil sie zum Beispiel von einem Kran heraus gemacht wurden, der nur für kurze Zeit an bestimmten Plätzen verweilte und somit ist eine Wiederholung solcher Perspektiven künftig nicht mehr möglich.

Die Idee zu diesem Foto-Buch, welches 13 Jahre Pratergeschichte vermittelt, ist eigentlich ganz spontan entstanden Es hat etwa drei Monate gebraucht, das Fotobuch druckfertig zu gestalten. Die älteren Fotos wurden überarbeitet, damit sie mit der Qualität der neueren optisch zusammenpassen und somit eine relativ gleichmäßige und durchgehende Qualität zeigen. Auch das Layout erforderte viel Arbeit und jedes Foto musste dann für den Druck speziell nochmals nachbehandelt werden.

Zurück zum Anfang. Die ersten Fotos die 2003 entstanden sind, zeigen den Flying Coaster Volare. Der Aufbau dauerte einige Monate über den Winter hinweg. Somit habe ich auch bei jeder erdenklichen Wetterlage die Fotos gemacht, wobei aber rund 99 Prozent der Zeit mit Warten verbracht wurden. Diese Verhältnis 1 zu 99 war übrigens signifikant für alle Aufbauten. Die untätige Wartezeit entsteht aus unterschiedlichen Gründen. Die Ungewissheit wann die Teile angeliefert werden und wann dann der Aufbau beginnt. Liefertermine können sich aus vielen Gründen verzögern, sei es ein Stau auf den Straßen, Probleme das der Schwertransport ungehindert durchkommt oder auch nur das die Lieferadresse nicht gefunden wird. So musste ich eben jeden Tag in den Prater fahren um dann zu erfahren, dass die Teile erst nachmittags oder eventuell auch erst morgen oder übermorgen eintreffen werden.

Die nächsten Wartezeiten ergaben sich, wenn der Kran zum Entladen oder dann zum Aufbauen nicht rechtzeitig eintrifft. Auch kann es passieren, dass der Kran während dem Aufbau defekt geht und es ungewiss ist wann ein Ersatz kommt. Oder es ergibt sich, dass ein zweiter Kran zusätzlich benötigt wird, wodurch sich wieder Wartezeiten für mich ergaben. Da viele der Attraktionen oftmals Prototypen waren, ist es ganz natürlich das sich hierdurch Verzögerungen ergaben. Und dann stand ich vor der Entscheidung, soll ich an der Baustelle warten, weil es in zwei Stunden wieder weitergeht mit dem Aufbau oder wird die Problemfindung bis morgen oder übermorgen dauern. Eine Verzögerung entstand auch, als einmal der Transport mit dem Stahlteilen auf der Autobahn verunglückte und die Teile zur Überprüfung zurück zum Hersteller geliefert werden mussten. Die Wartezeiten wurden auch noch dadurch erschwert, weil im Winter der Prater grundsätzlich geschlossen hatte und somit auch die Toiletten und Restaurants. Also ausharren bei Kälte und Regen, ohne der Möglichkeit eine gemütliche Pause einzulegen.

Wartezeiten entstanden ebenso wenn der Aufbau zügig voranging. Zum Beispiel wenn sich Arbeiten wie das Errichten von baugleichen Stützen aneinanderreihten, dann ist das für Fotos langweilig. Auch das festziehen von vielen tausenden Schrauben kostet Zeit und ist nicht wirklich ein Foto wert. Den richtigen Zeitpunkt beim Fotografieren zu erwischen, wenn ein interessantes Teilstück errichtet wird, den muss man lernen rechtzeitig im Vorfeld zu erkennen. Wenn der Kran etwas Spektakuläres hochhebt und man steht auf der falschen Stelle der Baustelle, dann kann man nicht quer durch die Baustelle laufen. Ich musste auch ein Gefühl dafür entwickeln, nicht zu nah an oder in der Baustelle zu stehen um die Arbeiten nicht zu behindern. Aber auch nicht zu weit weg, weil dann das Foto uninteressant wird.

Anfangs musste ich unzählige Fotos löschen, weil eben gewisse Situationen nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Hier musste ich Lernen, was darf veröffentlicht werden, ohne das der Baustellenleiter oder der Auftraggeber irgendwie kompromittiert wird. Hier waren auch immer wieder Gespräche notwendig um den Vertrauensvorschuss zu bekommen, um Fotos machen zu dürfen. Manche Hersteller waren auch besorgt, das ich technische Details fotografiere, die patentrechtlich geschützt sind oder dass ich Bilder von nicht so professionellen Arbeitsabläufen festhalte.

Die Fotos im Buch zeigen hauptsächlich den Stahlaufbau. Die Montage von elektrischen und hydraulischen Komponenten war zwar an sich interessant, eignet sich aber nicht zum Fotografieren. Ebenso betrifft das die Testfahrten und TÜV-Prüfungen. Leere Wagen und Gondeln ohne Passagiere haben auf Dauer nur einen bedingten Fotowert. Daher habe ich im Buch zu jeden Aufbau auch ein paar Fotos mit Fahrgästen hinzugefügt, wenn der Ride dann im Betrieb war.

Highlights der Aufbauten waren die Wildalpenbahn, der Praterturm und der Olympia Looping. Für die Raftinganlage Wildalpenbahn wurde ein künstliches Bergmassiv errichtet, in welche dann die Bahn eingebaut wurde. Der Praterturm ermöglichte eine Kranfahrt auf 130 Meter Höhe, um von dort auf den Aufbau herunter, spektakuläre Fotos zu machen. Beim Olympia Looping war zum Glück das Wetter meistens etwas sonnig, wodurch tolle Aufbau Fotos möglich waren. Aber auch alle kleineren Projekte waren in ihrer Art einzigartig und boten interessante Möglichkeiten zum Fotografieren. Letztlich denke ich, dass mit dem Fotobuch „Prater under construction“ eine Sammlung von einzigartigen und interessanten Bildern entstanden ist, die es jetzt zu kaufen gibt.



Prater under construction, 333 Fotos auf 96 Seiten, zum Bestellen im: Coastershop





© Text: WP